Aminachu
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Conventions

Anime Messe Babelsberg 2026

24.07.2026 · von Aminachu · 4 Aufrufe

Für mich begann die Anime Messe eigentlich schon am Dienstagabend. Aizawa Hitomi kam am Frankfurter Flughafen an, diesmal konnte ich nicht dabei sein, weil ich noch fleißig am Merchandise gearbeitet habe. Mittwochs waren dann endlich alle Sachen final in Druck und ich konnte mich etwas mehr um Hitomi kümmern. Es stand ja immer noch aus, die Setlists für die Auftritte zu finalisieren. Dabei ist mir wieder einmal aufgefallen, wie sehr sich mein Japanisch gerade bei den Fachbegriffen verbessert hat. Nachdem wir die Setlists mit all den Songs und Lichtanweisungen dann fertig hatten, ging es ans finale Packen, denn wir wollten schon donnerstags anreisen: Freitagmorgens standen die ersten Proben an und der Auftritt war bereits für 11 Uhr geplant. (Wer geht denn bitte freitags um 11 Uhr morgens auf eine Con, habe ich mich gefragt.)

Donnerstags sind wir verspätet losgefahren, alles gescheit in den leicht unterdimensionierten Wagen zu packen war doch aufwändiger als gedacht. Zwischendurch haben wir einen kleinen Essensstopp eingelegt. Keine Ahnung, wo dieser Ort war oder was für ein Lokal das war, aber eines traf sicher zu: urig. Wir haben etwa eine Stunde auf unser Essen gewartet, wurden vom Geschmack dann aber nicht enttäuscht, während Hitomi ganz nebenbei eine der deutschesten Weisheiten erfahren hat: Gut Ding hat halt Weile.

Irgendwann gegen 22 Uhr sind wir dann endlich in Babelsberg angekommen. Alles wirkte vertraut, die ersten bekannten Gesichter haben schon gegrüßt, ein Teil unseres Teams hat bereits gewartet. Für uns alle war dann aber nur noch eines angesagt: Schlaf. Es war fast ein bisschen komisch, weil alles perfekt vorbereitet schien und ich mit ruhigem Gewissen tatsächlich mal früher ins Bett gehen konnte als sonst.

Freitagmorgen, 8 Uhr, Aufbruch zur Messe. Weil wir netterweise wieder quasi gegenüber im Hilton untergebracht waren, war es für uns nur ein kurzer Weg. Um halb neun war dann endlich Hitomis Probe. Langsam hatte ich mich tatsächlich daran gewöhnt, alles so vorzubereiten, dass das Team vor Ort gut mit unseren Idols und ihren Wünschen zurechtkam. Es war das gleiche Team wie letztes Jahr, nur Axel fehlte, der im Vorjahr wirklich Leinwandzauber veranstaltet hatte. Die Probe lief anstandslos, ohne besondere Vorkommnisse. Also war es Zeit, unseren Stand zu finden und den Merch beim Merch-Team abzugeben. Auch dort wieder viele bekannte Gesichter. Gemeinsam haben wir den Verkauf vorbereitet, und dann war es auch schon fast Zeit für Hitomis Konzert.

Ich war überrascht, dass trotz der frühen Uhrzeit schon so viele Menschen da waren. Ich nahm also meinen Platz in der Regie ein, um das zu tun, was ich eigentlich gut kann: eine Show fahren. Man hat richtig gemerkt, wie sich mit jeder Minute mehr Leute nach vorne zur Bühne getraut haben. Oft sind es ja die Kleinigkeiten, die eine Show rund machen, und so habe ich bei „Snow Halation" genau darauf geachtet, dass die Lichtstimmung sitzt: erst das ikonische Weiß-Hellblau, im späteren Teil dann das Meer aus Orange. Klar, aufgefallen ist das vermutlich niemandem. Aber mir war es ein wichtiges Element. Zu Recht hat Hitomi viel Applaus bekommen, und gleich danach ging es weiter mit der Signierstunde.

Zuerst sah alles noch recht zögerlich aus, aber nach und nach kamen überraschend viele Menschen zur Signierstunde. Auch hier wieder viele Gesichter, die ich kannte, nicht nur von der letzten Anime Messe im Vorjahr, sondern auch vom Anime Festival Kassel im Dezember. Zugegeben, für mich ist es oft wirklich schwer einzuschätzen, wofür sich die Idolfans in Deutschland interessieren, nicht nur musikalisch, sondern auch beim Merchandise. Das Cheki ist und bleibt einfach etwas Einzigartiges, das dann doch irgendwie jeder haben möchte. Klar, es ist eben fest mit der Idol-Kultur verwoben. In diesem Jahr hatten wir zum ersten Mal Bonuskarten. Ich war erst unsicher, ob das Merch-Team damit zurechtkommt, aber es schien, als hätten wir diesmal alles so gut vorbereitet, dass ich gar nicht mit hinter den Tisch musste. So konnte ich meine übliche Position als „Schlangen-Unterhalterin" einnehmen, Gespräche führen und Feedback mitnehmen.

Nach der Signierstunde war es auch schon fast Zeit für die Eröffnungsfeier, und danach hatten wir eigentlich recht viel Freizeit. Der Con-Tag hatte quasi gerade erst begonnen. Ich habe meine Zeit hauptsächlich an unserem eigenen Stand verbracht und bin oft zum Merchstand hinübergependelt, um nach der Lage zu sehen. Abends waren wir dann noch im Restaurant nebenan essen. Auch hier wieder ungewöhnlich früh für eine Con: Ich lag um 21 Uhr praktisch schon im Bett.

Samstag, 7 Uhr. Wir haben uns wieder alle im Foyer getroffen. Um halb acht war erneut Probe, diesmal aber im Vulkan. Ich habe wieder meinen Platz an der Technik eingenommen, die üblichen Fragen gestellt, die gewohnten Erklärungen abgeliefert. Die Probe war schnell vorbei, Hitomi hatte nur die Songs geübt, die von der Freitagssetlist abwichen. Heute war mehr Zeit fürs Frühstück, und wir haben uns dabei noch einmal ausführlich über den Vortag unterhalten. Die Erwartungen waren höher: Samstag ist normalerweise der besucherstärkste Tag, und die Vulkanstage ist sehr beliebt. Bis zum Auftritt habe ich mich wieder im Merch- und Moonflow-Stand-Kosmos bewegt. Es gab wirklich viele interessierte Menschen, und ich habe mich sehr gefreut, so viele neue Leute kennenzulernen und ihnen zu erklären, „was wir hier eigentlich machen".

Dann war es Zeit für den Auftritt. Ich hätte mich fast verspätet, saß am Ende aber pünktlich in der Technik. Der Vulkan war halb besetzt, als die Show startete. Und wieder das gleiche Bild: Je länger das Konzert lief, desto mehr Menschen verirrten sich vor die Bühne oder wachten auf den Rängen auf und fingen an mitzuklatschen. Auch hier habe ich bei „Snow Halation" wieder ein bisschen gezaubert, es sind eben die Kleinigkeiten. Und ehrlich gesagt muss ich zugeben: Ich mag diese Position als „Produzentin" wirklich sehr. Da zu sitzen, zu koordinieren und einfach eine Show zu begleiten.

Bei der Zugabe haben alle im Vulkan, die sich haben mitreißen lassen, noch einmal alles gegeben, bis Hitomi schließlich von der Bühne ging. Die Signierstunde folgte direkt im Anschluss. Als wir an der Schlangenführung der Signierstände vorbeiliefen, konnte Hitomi kaum ihren Augen trauen: Ihre Schlange war komplett voll. Gesichter von gestern, neue Gesichter von heute. Weil sich sowohl das Moonflow-Team als auch das Merch-Team um alles gekümmert haben, konnte ich wieder in meine Rolle als „Schlangen-Unterhalterin" schlüpfen, viele Gespräche führen, Fragen beantworten und mich um kleinere Problemchen und Anfragen kümmern.

Am faszinierendsten war hier vielleicht der Mensch, der an unserem Stand eines meiner Aikawa-Aileen-Fotos gekauft hatte und es unbedingt signiert haben wollte. Ich bin es einfach nicht gewohnt, dass sich Menschen wirklich für mich interessieren.

Nach der Signierstunde hatten wir wieder „frei". Ich bin bis zum Schluss durch den Merchstand- und Moonflow-Kosmos geschwirrt. Noch ein gemeinsames Abendessen im Restaurant nebenan, und dann war es auch schon fast wieder Schlafenszeit. Ich glaube, die Anime Messe Babelsberg war dieses Jahr zweifelsfrei die Convention, auf der ich bisher am meisten Zeit zum Ausschlafen hatte. Sonntags stand nur noch das Meet & Greet an.

Sonntag. Diesmal hatten wir so viel Zeit für ein gemütliches Frühstück, dass es fast schon makaber war. Wir alle haben noch einmal die beiden Auftritte Revue passieren lassen. Ein Teil des Teams ist schon losgezogen, um den Stand aufzubauen. Ich hatte mich entschieden, heute in meinem Idol-Dress zur Con zu gehen, schließlich war ich ja eigentlich nur „Schlangen-Unterhalterin". Überraschenderweise war die Meet-&-Greet-Schlange noch voller als am Samstag.

Heute hatten wir eine Spendenbox aufgestellt, weil wir unbedingt wollten, dass die Fans direkt an Hitomi spenden können, wenn man so will: die „Gagen-Box". Dabei ist mir aufgefallen, dass die Box von vielen zunächst übersehen wurde. Aber sobald ich einem Teil der Reihe erklärt hatte, dass es sie gibt und warum, wurde sie plötzlich wahrgenommen. Mein Learning war hier eindeutig: Es ist wirklich essenziell, zu kommunizieren, was wir hier eigentlich tun und warum. Auf einmal waren alle Geschenke gegen Spende restlos weg und die Spendenbox für Hitomi unfassbar gut gefüllt. (Danke an dieser Stelle, falls das jemand von euch liest, es hat wirklich einen großen Unterschied gemacht!) Auch ein Großteil des Merchs war schon während des Meet & Greets komplett vergriffen.

Nach dem Meet & Greet wollten wir uns noch den Auftritt von Kuchisabishii ansehen. Wir kamen etwas zu spät und haben leider nur die Hälfte richtig mitbekommen. Aber man hat die Energie sofort gespürt. Obwohl Mimi angeschlagen war, haben die drei alles gegeben. Hitomi war ebenfalls mitgekommen, und die beiden haben sich kennengelernt, was wohl dazu geführt hat, dass sie später am Tag noch zusammen ein TikTok-Video aufgenommen haben. Auch ich habe dort endlich Maru kennengelernt, beim Kaidol Fest hatten wir ja leider keine Gelegenheit dazu. Ich wurde dann gefragt, ob ich Teil einer Tanz-Collab werden möchte.

Zugegeben, ich bin noch immer keine Tänzerin, in zwei Stunden eine Choreographie zu lernen wäre unmöglich gewesen. Trotzdem hat Maru sich die Zeit genommen, sie mit mir durchzugehen, und ich habe später am Stand noch weitergeübt. Am Ende waren wir uns aber einig: Vielleicht verschieben wir das Ganze lieber auf das Idolfest, auch damit Mimi dann wieder voll dabei sein kann. Ich hätte mich schlecht gefühlt, wenn sie nicht mitgemacht hätte.

Man könnte fast meinen, am Sonntag ist am meisten passiert. Sascha von ACME.Nippon OnAir hatte am Vormittag nicht nur ein Interview mit Hitomi geführt, sondern mich auch gefragt, ob er eines mit mir machen dürfte, über meine Arbeit als Aikawa Aileen und darüber, was wir mit Moonflow Entertainment machen. Ungewöhnlicherweise habe ich es tatsächlich geschafft, das komplexe Thema meiner Entstehungsgeschichte in fünf Minuten zu verpacken. Ich bin wirklich gespannt auf das Interview. Dann war es auch schon fast Zeit für die Abschlussveranstaltung.

Danach gab es noch ein besonderes Bankett, nur für die Ehrengäste. Es ist immer eine Freude, mit Micha und dem Anime-Messe-Team zusammenzuarbeiten. Was wir tun, wird geschätzt: Die Idols bekommen eine Bühne, und die Fans freuen sich. Das Einprägsamste am Gästebankett war vermutlich die lange, lange englischsprachige Rede von Micha, die Tobi für die japanischen Gäste kurzerhand mit „Arigatou Gozaimasu" zusammengefasst hat. Satt und zufrieden haben wir uns dann auf unsere Zimmer verteilt, und jeder hat das Wochenende noch ein bisschen für sich ablaufen lassen.

Montagmorgen hat sich das Team dann wieder in seine Grüppchen aufgeteilt, und wir sind mit Hitomi auf dem Rücksitz zurück in die Zentrale gefahren, nach etwas Sightseeing in Berlin gute fünf Stunden Fahrt. Wir kamen recht spät an, aber es hat noch gereicht, um Hitomi weitere kulinarische Gerichte Deutschlands näherzubringen. Danach war aber auch jeder so satt und müde, dass Schlafen die einzig gewollte Option war.

Dienstag, der Tag, an dem Hitomi eigentlich nach Hause fliegen sollte. Für mich war das ein komisches Gefühl. Es würde wieder ganz anders sein, sich morgens nicht mehr „Guten Morgen" zu sagen und sich in der Küche zu treffen. Hitomi hatte für sich entschieden, dass sie kein Sightseeing mehr machen möchte, stattdessen wollte sie „Girls Talk mit Aileen". Das hatten wir auf der Anime Messe auf „Zuhause" verschoben. Also saßen wir wie damals bei einem Schulausflug in der Jugendherberge auf dem Etagenbett im „Idolzimmer" und haben geredet. Ich glaube, wir verstehen und kennen uns jetzt ein Stück besser. Ihr war das wichtig.

Dann ging es los zum Flughafen, nur um festzustellen, dass der Flieger ohne große Ankündigung früher als geplant abhob und Hitomi damit kurzerhand in Deutschland zurückließ. Ein ungeplanter Bonustag. So war doch noch Zeit, für Hitomi ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte zu organisieren. Und wir konnten uns, wieder zu Hause, tatsächlich noch einmal „Gute Nacht" und „Guten Morgen" sagen. Auch das war ein Erlebnis, das sich kaum beschreiben lässt.

Die Zeit haben wir dann damit verbracht, dass Hitomi Idolmaster: Starlit Season auf der PlayStation gespielt hat, während ich vor allem damit beschäftigt war, zu erzählen, wie viele Kanji ich eigentlich kenne, und wir uns daran gefreut haben, wie viel Spaß sie am Ende mit dem Spiel hatte. Wie im Flug waren fünf Stunden vergangen, und es war praktisch schon wieder Schlafenszeit.

Am Mittwochmorgen ging es dann wirklich wieder zum Flughafen. Vorher musste ich allerdings noch zum Sprachtraining, dadurch konnte sich Hitomi noch ein bisschen Aschaffenburg ansehen. Und diesmal war es dann tatsächlich so weit: „Bis bald."

Etwas, woran ich mich wirklich nie gewöhnen werde, sind Abschiede. Man weiß, dass man sich wiedersieht, und trotzdem fällt es schwer.

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